Illegaler Zigarettenhandel: Trotz Rückgang keine Entwarnung

 

  • Schwarzhandel mit Zigaretten weiter auf hohem Niveau
  • Schmuggelzigaretten in Grenzregionen zu Polen und Tschechien gefährden Arbeitsplätze und Jugendschutz

 

Frankfurt am Main, 9. Juni 2016. Der Zigarettenschmuggel bleibt ein Problem. Die Ergebnisse einer gestern veröffentlichten Studie der Wirtschaftsberatung KPMG belegen das weiterhin hohe Niveau des Konsums geschmuggelter und gefälschter Zigaretten in Deutschland. Betroffen sind besonders die Grenzregionen zu Polen und Tschechien. Eine konzertierte Aufklärungskampagne vom Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen, dem Forum Vernetzte Sicherheit und der Philip Morris GmbH gegen den Zigaretten-Schwarzmarkt hat gezeigt, dass man gemeinsam etwas bewegen kann.

 

Laut der gestern veröffentlichten Studie der Wirtschaftsberatung KPMG wurden im letzten Jahr 5,7 Milliarden geschmuggelte und gefälschte Zigaretten in Deutschland geraucht – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr von rund 2,45 Milliarden Stück. Die meisten illegalen Zigaretten kommen aus Weißrussland, Tschechien und Polen. „Wir in Ostdeutschland sind besonders vom Zigaretten-Schwarzmarkt betroffen. Es ist seit Jahren populär in der Bevölkerung, billige Zigaretten auf den Asiamärkten jenseits der Grenze zu kaufen“, sagt Annemarie Jach, Vorsitzende des Fachverbandes Lotto-Tabak-Presseverkaufsstellen in Sachsen e.V. Der illegale Zigarettenhandel gefährdet die Existenz vieler Lotto- und Tabak-Läden. Der Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen in Deutschland e.V. (BLD) warnt daher bereits seit längerer Zeit vor den Folgen des Konsums illegaler Zigaretten und setzte sich gemeinsam mit Philip Morris in einer fast vier Monate langen Kampagne (www.schmuggelkippe.de) für eine wirksame Verbraucheraufklärung und Bekämpfung von Schmuggelzigaretten ein. Die Initiative hat gewirkt: In den Kampagnen-Regionen ging der Konsum geschmuggelter und gefälschter Zigaretten während des Aktionszeitraums zurück.

 

Stacey Kennedy, Philip Morris Managing Director für Deutschland, begrüßt den Rückgang des illegalen Handels: „Trotz des nach wie vor hohen Niveaus ist der Rückgang des illegalen Zigarettenhandels eine gute Nachricht. Er zeigt, dass sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Behörden und Wirtschaft auszahlt. Das ist ein ermutigendes Signal und sollte Ansporn sein, diese Zusammenarbeit zu intensivieren und gemeinsam den illegalen Zigarettenhandel weiter einzudämmen."

 

Günther Kraus, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BLD, spricht sich dafür aus, den Zigarettenschmuggel stärker in den Fokus von Aufklärungskampagnen für Verbraucher zu stellen. „Nicht nur der Jugendschutz ist in Gefahr. Im autorisierten Handel stehen auch tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel. Mit jeder Schmuggelzigarette stirbt ein Stück der regionalen Nahversorgung“, mahnt Kraus.

 

Die wichtigsten Ergebnisse der KPMG-Studie für Deutschland im Überblick:

 

·        Insgesamt wurden 2015 in Deutschland 5,7 Milliarden illegale Zigaretten konsumiert.

·        Der größte Teil der in Deutschland konsumierten illegalen Zigaretten stammt nach wie vor

         aus osteuropäischen Staaten: Weißrussland (0,72 Milliarden), Tschechien (0,82 Milliarden)

         und Polen (1,25 Milliarden).

·        Durch den Konsum geschmuggelter und gefälschter Zigaretten ist 2015 in Deutschland ein

         geschätzter Steuerausfall von rund 1,1 Milliarden Euro entstanden.

 

Die KPMG-Studie 2015 zum illegalen Zigarettenkonsum in der EU ist auf der KPMG-Website abrufbar unter: www.kpmg.com/uk/projectsun

 

Autor: 09.06.2016

 

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