Trotz Schockfotos –
Jugendliche bleiben auf dem Schwarzmarkt gefährdet

 

  • Bundesrat stimmt für Schockfotos auf Zigarettenpackungen
  • Jugendschutz funktioniert nur im autorisierten Handel
  • BLD weist auf die Gefahren des Zigaretten-Schwarzmarktes hin

 

Frankfurt am Main, 18.03.2016. Ab Mai warnen großformatige Schockfotos auf Zigarettenschachteln vor den Gefahren des Rauchens. Der Bundesrat hat heute dem Gesetz zur Umsetzung der entsprechenden Tabakproduktrichtlinie zugestimmt. Mit der Regelung soll vor allem der Einstieg in das Rauchen bei jungen Menschen vermindert werden. Der Schwarzmarkt untergräbt jedoch sämtliche politischen Initiativen. Jugendschutz funktioniert nur im autorisierten Handel. Der Bundesverband der Lotto-Toto-Verkaufsstellen e.V. (BLD) weist daher eindringlich auf die Gefahren des Zigaretten-Schwarzmarktes nicht nur für Jugendliche hin und fordert, die Organisierte Kriminalität und den illegalen Handel stärker als bisher zu bekämpfen.

 

„Viel wichtiger als Schockfotos ist das persönliche Gespräch, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten“, sagt Günther Kraus, Geschäftsführer des BLD. „Für diese Art der Aufklärung sind alle Mitarbeiter unserer mehr als 24.000 Lotto-Toto-Verkaufsstellen unersetzlich. Unsere Händler nehmen das Thema Jugendschutz sehr ernst und achten darauf, dass Tabak und Zigaretten nicht an Minderjährige verkauft werden. Der Zigaretten-Schwarzmarkt mit seinen illegalen Straßenhändlern macht unsere Arbeit jedoch schnell zunichte. Da helfen auch keine Schockfotos, zumal diese bei illegal gehandelten Marken vermutlich eh keine Rolle spielen werden“, warnt Kraus. Hier sieht der BLD die Politiker in der Pflicht, auch den Zigarettenschmuggel stärker in den Fokus ihrer Bemühungen zu rücken. Die Gefahren des illegalen Zigarettenhandels müssen intensiver als bislang bekämpft werden. Auf dem Schwarzmarkt gelten keine Gesetze. Hier gibt es keinen Jugendschutz. Zudem lauern dort noch ganz andere Gefahren. Viele gefälschte Zigaretten werden unter unhygienischen Bedingungen mit zum Teil giftigen Inhaltsstoffen hergestellt. Kriminelle Banden legen keinen Wert auf Qualitätskontrollen. Aber auch Zigarettenmarken, die eigens nur für den Schmuggel hergestellt werden, sind ein zunehmendes Problem. Auf dem Schwarzmarkt gibt es aber nicht nur illegale Zigaretten, sondern auch gefälschte Markenkleidung, Uhren oder Elektronikartikel. Produzenten und Schmuggler stammen oftmals aus kriminellen Milieus, die keine Grenzen kennen. Der Verkauf der illegalen Ware dient dabei häufig auch der Finanzierung weiterer krimineller Aktivitäten. Aktuellen Untersuchungen zufolge spielen die Organisierte Kriminalität und der illegale Handel auch eine bedeutende Rolle bei der Finanzierung von Terrorgruppen.[1] Verbraucher sind sich, wenn sie vermeintlich günstig auf dem Schwarzmarkt kaufen, häufig nicht bewusst, wen sie dort eigentlich unterstützen. Der BLD fordert daher die Politiker aller Parteien auf, die Organisierte Kriminalität und den illegalen Handel stärker als bisher zu bekämpfen und sich beim Thema Zigaretten-Schwarzmarkt intensiver um Verbraucheraufklärung zu bemühen – nicht allein nur aus Jugendschutzgründen. Auf dem Spiel steht auch die Existenz tausender Kioske, Spätkaufläden und Büdchen, die in vielen Fällen seit Generationen als Familienbetrieb geführt werden.

 

Weitere Informationen unter: www.schmuggelkippe.de

[1] Studie „Revisiting Convergence: Adapting Europe’s Security Strategy to Emerging Challenges“ von Jürgen Storbeck und Sebastian von Münchow, März 2016.

Autor: 18.03.2016

 

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